Gehen

Gehen, immer weiter, ein Schritt nach dem anderen, meist zu hastig, manchmal in Zeitlupe, aber gehen, voran, in mein Niemandland, ganz weit weg, von ihr, von ihm, von mir. Gehen, verloren, und nicht gefunden werden wollen, weil ohnehin niemand sucht, vor allem nicht im Niemandsland, gehen, aufrecht, obwohl das Herz gebeugt an einem Krückstock geht. Gehen, auseinander, zueinander, immer gehen, bis nichts mehr geht. Gehen, ver, vor Wärme und Zuneigung und Zeit, gehen, zer, auf den Lippen, in den Augen, im Sinn.
Herzensmenschen, tief drinnen, Herzensfamilie, weit weg, eine Wohnung unter der Haut mit euch teilen, mit einer kissenüberdeckten Couch und glasklarem Lachen, das zwischen uns hockt und wärmt. Ihr da draußen, die ihr da seid, wenn ihr fort seid, mit den runden Augen und den warmen Armen, die ich loslasse, und mein Herz sitzt zwischen euch auf der Couch und klopft an.
Ich gehe.
Ihr fehlt.
Nella Niemandsland - 4. Sep, 20:05
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