Herbsttag, halbtrocken

Herbsttag, halbtrocken. Die kühlende Sonne findet schwer ihren Weg zu mir, die Schatten wirft auf dem Balkon hoch oben, die Füße in grauen Wollsocken rollen sich ein und frieren, während die grünen Augen ins Leere gleiten, zwischen die Blätter, die Äste, die Rinde, und sucht und bangt, mit blassen Blicken und gleitenden Gesten. Es ist ein Warten auf ein Worauf ohne Weg, an einem halbtrockenen Herbsttag. Ich bin unverstanden und unvollständig, und der Baum vor mir mündet in einer blättrigen Krone aus Herbstlaub, das noch nicht weiß, dass es fallen wird, wie ich fallen werde, wenn die Zeit dafür gekommen ist.
Nella Niemandsland - 8. Okt, 20:29
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la-mamma - 8. Okt, 22:57
jetzt habt ihr beide
mich in einer gar nicht so anderen stimmung erwischt ...
Sprachspielerin - 9. Okt, 12:21
(Wieder) Sehr gelungen, der Text: man sieht Bilder, man hört Stimmen raunen, man wird angesteckt von Stimmungen...
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